Samstag, 23. März 2013

Nachmachen erwünscht

Ich beginne diesen Post mit unserem Fazit zum ersten Salongespräch. Sehr gelungener Abend, Wiederholung geplant, Nachmachen erwünscht.

Alle Aufregung und Vorbereitung hat sich gelohnt! Die fast 30 Gäste trafen gestern pünktlich ein; der Referent, Herr Joachim Säckl, kam entspannt und gut gerüstet an, zeigte sich sehr beeindruckt vom privaten Rahmen der Veranstaltung und ließ in einem ambitionierten Vortrag die Biografie des Regenten Moritz Wilhelm von Sachsen-Merseburg lebendig werden. Qua Geburt in das "Getriebe der Macht" von August dem Starken zu geraten, war das Schicksal des Ende des 17. Jahrhundert geborenen Moritz Wilhelm, dem die Geschichtsschreibung der 1920er Jahre das Profil des irrsinnigen Geigenherzogs verpasste. Dass er dies wahrlich nicht war, hat Joachim Säckl gestern nachvollziehbar erläutert. Umso schlimmer, welche Repressalien dieser Adelsspross in vielen Jahren erleiden musste. 


Im Anschluss an diese Schicksalsschilderung fanden sich die Gäste recht schnell in kleineren Gesprächsgruppen zusammen und blieben - wie wir uns das inständig gewünscht hatten - auch noch lange Zeit im Gartensalon, um sich auszutauschen.


Die Mischung der Eingeladenen war übrigens sehr entscheidend für das Gelingen des Abends. Es kamen Gäste aus Potsdam, Leipzig, Sachsen-Anhalt und auch aus unserer Heimatstadt. Einige hatten über das gemeinsame Interesse für das 17. und 18. Jahrhundert eine Gesprächsebene, es waren aber auch Gäste anwesend, die sich sonst wenig mit dieser Zeit beschäftigen. Den Einladungen folgten sowohl eine Apothekerin wie eine Autoverkäuferin, ein Maurer wie ein ehemaliger Polizist.


Wir können nur empfehlen, dies nachzumachen. Es lohnt sich.


Last but not least gilt unser Dank:



  • Herrn Jacob vom Ingenieurbüro für Arbeitssicherheit für die Bereitstellung von Stühlen und Technik.
  • Familie Glowka vom Café am Markt für Sektgläser und die sündhaft leckeren Petit Fours
  • Herrn Säckl, der sich auf dieses Experiment eingelassen hat
und natürlich allen Gästen!

Post Scriptum: Der Literaturhinweis zum Nachlesen einiger Erkenntnisse. Säckl, Joachim: Erdmuth Dorothea von Sachsen-Merseburg (1661 - 1720), in: Unsere Neuenburg. Mitteilungsheft des Verein zur Rettung und Erhaltung der Neuenburg e. V. Heft Nr. 14. Freyburg (Unstrut) 2013.

Freitag, 22. März 2013

Die Sanduhr läuft

Stühle sind gestellt, Getränke in der Kühlung, der Referent ausgezeichnet vorbereitet. In wenigen Stunden findet unser erstes Salongespräch statt, das doch noch einmal einen ganzen Tag intensive Vorbereitung benötigt.

Wir freuen uns sehr auf unsere Gäste und hoffen inständig, dass es ein rundum gelungener Abend wird. Schaumer mal...


Sonntag, 24. Februar 2013

Vier 1/2 Wochen

Noch viereinhalb Wochen bis zum ersten Salongespräch. 24 Zusagen sind eingetroffen. Nun gilt es zu überlegen, welche und wie viele Getränke eingekauft werden und den Referenten über den Stand der Anmeldungen auf dem Laufenden zu halten. Passiert ist schon die Überlegung der Bestuhlung - der Gatte hat sich für Reihen ausgesprochen, ich für lockere Gruppierung. Es wird sich finden.

»Im Getriebe der Macht: Streben und Scheitern des Moritz Wilhelm, Herzog von Sachsen-Merseburg (1688-1731)«, so das Thema des Salongesprächs, das direkt von August dem Starken ausgehende Kabale und deren Auswirkungen auf den Spross einer kurfürstlichen Nebenlinie behandelt. Der besagte Herzog hat eine unmittelbare Verbindung zu unserer Heimatstadt und es ist mir noch völlig unklar, ob sich nach dem Vortrag dann tatsächlich das Salongespräch entwickeln kann.

Sonntag, 20. Januar 2013

Planung ist alles

Alles zu planen, sagt man uns Deutschen nach, und so gerne ich auch mal spontan bin, bei der Vorbereitung des ersten Salongesprächs fangen mein Gatte und ich tatsächlich schon Monate vorher an, alles zu planen. 20 Personen auf einmal zu empfangen gehört nicht zu unseren bisherigen Erfahrungen.

Für das Salongespräch benötigen wir 20 Stühle, 20 Sekt- und 20 Wassergläser, 20 Kleiderbügel und eine Garderobe, einen Beamer und eine Leinwand, eine Art Pult, etwa fünf Beistelltischchen und, und, und...


Ein riesiger Stein fiel uns vorgestern vom Herzen, als ein Freund uns ohne zu Überlegen mitteilte, dass er uns selbstverständlich Beamer, Leinwand und mindestens 15 Stühle zur Verfügung stellen könnte. Wir waren kurz sprachlos und sind sehr dankbar für dieses Angebot.


Einigen wenigen Menschen haben wir also schon von unserer Idee des Salongesprächs erzählt und allesamt waren davon begeistert. 

Mittwoch, 16. Januar 2013

Erleichterung

Endlich hat sich unser Referent für das erste Salongespräch gemeldet. Vier lange Wochen sind seit unserem Kontaktversuch vergangen, erschwert durch eine fehlende Telefonnummer, die Feiertage zum Jahreswechsel und seine Vorsichtigkeit fremden E-Mail-Adressen gegenüber. Ist ja verständlich...

Es deutet sich an, dass in etwa acht Wochen tatsächlich das  erste Salongespräch im Fuchs'schen Gartensalon stattfinden wird. Derzeit ist die Einladung beim Referenten, der sie inhaltlich prüft, und wenn er sie abnickt, wird sie verschickt. Knapp vier Wochen geben wir dann den Eingeladenen Zeit, um sich verbindlich zurückzumelden.


Es hat begonnen!

Freitag, 21. Dezember 2012

Es gibt Bedarf

Warum wir überhaupt zu einem Salongespräch einladen? Neumodisch gesagt: Es gibt Bedarf.

In einer Kleinstadt wie unserer gibt es mehr als hundert eingetragene Vereine, darunter sind Dutzende Sport- und Kleingartenvereine. Für geschichtlich Interessierte ist das Angebot mehr als überschaubar. Da gleichzeitig neue wissenschaftliche Erkenntnisse gewonnen sind, diese jedoch über die bestehenden Vereine der Stadt nicht nach außen transportiert werden, möchten wir dazu beitragen, diese Forschungsergebnisse bekanntzumachen.


Es geht um Entwicklung, Diskussion, Vorankommen.

Samstag, 15. Dezember 2012

Gibt es noch eine private Salonkultur?

Wussten Sie, dass es Salons schon im 17. Jahrhundert gab? Bei den Recherchen zu einem früher in meiner Heimatstadt existierenden und leider mittlerweile niedergegangenen Lesekränzchen habe ich erfahren, dass man sich in bestimmten Kreisen in Frankreich tatsächlich schon vor mehr als 300 Jahren zu geselligen Zirkeln traf, um sich gegenseitig vorzulesen oder über aktuelle gesellschaftliche und wissenschaftliche Themen zu plaudern.

Dabei stand in erster Linie der geistige Austausch im Vordergrund, die Gäste wurden zwar von der Salondame bewirtet, jedoch artete dies nicht in große Gelage aus. Beim bereits erwähnten Lesekränzchen schrieben die Statuten sogar vor, dass sich die jeweils empfangende Hausherrin - das Kränzchen wanderte, wie es der Name schon sagt, von einem Mitglied zum nächsten - mäßig zu halten habe und den - übrigens ausnehmend weiblichen - Gästen nur Tee und ein paar Plätzchen servieren solle.


Bereits beim Durchblättern der Akten dachte ich mir manchmal, dass es doch sehr bereichernd wäre, wenn man eine solche Salonkultur wieder aufleben lassen würde. Warum sollten wir nicht unser Haus interessierten Menschen öffnen, um ihnen und natürlich auch uns selbst einen Wissenszuwachs zu ermöglichen? Schade und gleichzeitig verständlich, dass wir nicht von anderen Privatsalons wissen. Auch unser Gartensalon wird aus Platzgründen nur für eine beschränkte Personenzahl zugänglich sein und dieser Blog die Privatsphäre der Gäste wahren. Einige inhaltliche Schwerpunkte sollen trotzdem hier zu lesen sein, andererseits werde ich von organisatorischen Herausforderungen berichten.